Raumlüftung
Lüftungsarten
Die Spaltlüftung
Bei der Spaltlüftung wird das Fenster nur zu einem gewissen Teil geöffnet. Bei den Standard-Dreh-Kipp-Fenstern wird in der Regel der Flügel gekippt. Durch die Spaltlüftung wird nur ein bedingter Luftaustausch erzielt, was zur Folge hat, dass über lange Zeiträume gekippt wird. Durch die stärkere Auskühlung der Fensterlaibung ist die Gefahr von Tauwasserschäden noch größer.
Die Stoßlüftung

Die wesentlich effektivere Art, die Raumluft auszutauschen, ist die Stoßlüftung. Der Fensterflügel wird dabei komplett geöffnet und die Luft wird innerhalb von 4 – 10 Minuten ausgetauscht. Bei der Stoßlüftung werden auch die Energieverluste minimiert. Durch den sehr schnell stattfindenden Luftaustausch tritt keine Auskühlung der Bauteile auf.
Die Querlüftung

Bei der Querlüftung geht der Luftaustausch noch schneller vonstatten. Schon innerhalb von 2-4 Minuten wird die Raumluft komplett ausgetauscht. Dazu müssen alle Fenster und Türen geöffnet werden, so dass ein Durchzug entsteht.
Tipps zum richtigen Lüften:
Anzeichen für mangelnde Lüftung können von innen beschlagene Scheiben sein.
Der Sauerstoffbedarf ist abhängig von der
Anzahl der Bewohner, ihren Aktivitäten und der
Anzahl und Art der Feuerstellen (Kamin, Heizungsart,
usw.). Räume mit offenen Feuerstellen
erfordern eine permanente Luftzufuhr.
Lang andauerndes Lüften der Fenster in Kippstellung
führt im Winter zu einem unzureichenden
Luft- und Feuchtigkeitsaustausch, da permanent
trockene kalte Luft zugeführt wird; die
Energieverluste steigen übermäßig und angrenzende
Bauteile kühlen stark ab.
Die Raumtemperatur sollte nicht unter 15°C
absinken, da kalte Luft nicht ausreichend
Feuchtigkeit aufnehmen kann. Aus dem gleichen
Grunde ist zu vermeiden, dass der Luftaustausch
mit kühler Luft aus wenig oder ungeheizten
Räumen erfolgt (z.B. Schlafzimmer).
Türen zu kalten Räumen daher stets geschlossen
halten.
Wasserdampf durch Baden, Duschen, Kochen
oder Wäschetrocknen (Waschküchen) soll
direkt nach außen geführt werden. Auch hier
die Fenster nicht nur kippen, sondern weit öffnen.
Dies gilt auch für Räume mit hoher Verdunstung,
z.B. mit hohem Anteil an Pflanzen
oder Wasserflächen wie Aquarien oder Schwimmbädern.
Kondensation von Luftfeuchtigkeit im Raum an Kältebrücken
oder schlecht belüfteten Ecken kann der
ideale Nährboden für die Bildung von Schimmelpilzen
sein, die Allergien verursachen oder verstärken
können. Ursachen können sein dichte Vorhänge oder
Rollos, abgeschlossene Fensternischen (Erker oder
Gauben) oder unzureichende Heizkörperanordnungen
oder –verkleidungen.
Feuchte Wohnungen erfordern aufgrund der um 25fach höheren Wärmeleitfähigkeit von Wasser gegenüber Luft erheblich mehr Heizenergie-Aufwand.
Raumluft wird durch Schadstoffe wie leichtflüchtige
Bestandteile von Lösemitteln, Klebstoffen,
Weichmachern aus Gummi, Möbellacken, Textilien,
Polstern, Teppichböden oder durch Rauchen mit teilweise
toxischen Folgeprodukten belastet und muss
aus gesundheitlichen Gründen regelmäßig durch
Frischluft ausgetauscht werden.
Ein angenehmes Wohnraumklima liegt bei etwa 20°C
und 50 bis 60% relativer Luftfeuchte. Mit einfachen
Anzeigegeräten für Raumtemperatur und relativer
Luftfeuchte kann der Bauherr oder Nutzer diese Werte
selbst verfolgen.